Dijk van een Wijf: Sprechen mit dem Wattenmeer

Eine immersive Reise durch die Natur, begleitet von Stimme, Klang und KI

Einleitung

FĂĽr das Kunstwerk Dijk van een Wijf, entwickelt im Rahmen von Sense of Place, wurden wir eingeladen, etwas zu schaffen, das ĂĽber eine traditionelle Audiotour hinausgeht.

Anstatt den Besuchern zu erklären, was sie sehen, bestand die Idee darin, sie in ein Gespräch mit der Landschaft selbst zu bringen.

Keine feste Geschichte.
Keine lineare Erfahrung.

Sondern etwas Dynamisches, Reaktionsfähiges und Lebendiges.

Sprechen mit dem Wattenmeer

Im Kern dieses Projekts steht eine einfache, aber kraftvolle Idee:

Was wäre, wenn die Natur antworten könnte?

Besucher können Fragen zum Wattenmeer, zum Kunstwerk, zur Geschichte, zu Tieren und allem, was sich in diesem Raum befindet, stellen.
Das System antwortet in Echtzeit, nicht als Guide, sondern als eine Präsenz, eine Stimme, die sich anfühlt, als gehöre sie zur Landschaft selbst. Dies erforderte eine sorgfältige Balance. Die Antworten mussten informativ und auf realem Wissen basierend sein, aber auch poetisch, leicht abstrakt und manchmal fast schon jenseitig. Das Ziel war nicht nur zu informieren, sondern ein Gefühl von Staunen zu erzeugen.

Die KĂĽnstlerin

Um dies glaubwĂĽrdig zu machen, begann alles mit der Stimme.

Wir arbeiteten mit Hiske zusammen, einer friesischen KĂĽnstlerin mit Hintergrund in Musik und Theater. Ihr GespĂĽr fĂĽr Ton, Rhythmus und emotionale Nuancen machte sie zur perfekten Stimme fĂĽr dieses Projekt. Ebenso wichtig war ihre Verbindung zur Region, die subtil in ihrer Stimme mitschwingt.

Wir nahmen Material auf Niederländisch und Englisch auf, mit Fokus auf Performance, Tempo und Artikulation. Ziel war eine Stimme, die ruhig und menschlich wirkt, aber gleichzeitig etwas von einer Naturkraft in sich trägt.

Die Stimme des Wattenmeers

Aufnahmen mit Intention

Jede Aufnahmesession wurde mit einer sehr klaren klanglichen Vorstellung angegangen. Wir arbeiteten mit Tempo, Stille, Weichheit und Atmung, um Raum in der Stimme zu schaffen. Die Skripte deckten ein breites Spektrum an Lauten ab und behielten gleichzeitig eine konstante emotionale Ebene von Ruhe und Neugier.

Aufbau des Stimmmodells

Aus diesen Aufnahmen wählten wir das stärkste Material aus und trainierten ein Stimmmodell. Dafür waren äußerst saubere und rauschfreie Aufnahmen notwendig, weshalb wir sorgfältig Störgeräusche, Mundlaute und Unregelmäßigkeiten entfernten. Je konsistenter und klarer die Datenbasis, desto natürlicher und stabiler klingt die generierte Stimme.

Konsistenz zwischen Sprachen

Eine der Herausforderungen bestand darin, in Niederländisch und Englisch dieselbe Identität zu bewahren. Durch sorgfältige Regie, Bearbeitung und Modelltraining stellten wir sicher, dass sich die Stimme unabhängig von der Sprache wie dieselbe Entität anfühlt.

Die Soundscapes

Herbst
Winter
FrĂĽhling
Sommer

Saisonales Sound Design

Musikalische Modi als emotionale Werkzeuge

Wir nutzten musikalische Modi als Grundlage, um die emotionale Stimmung jeder Jahreszeit zu gestalten. Molltonarten erzeugen im Winter ein Gefühl von Tiefe und Ruhe, während lydische und Dur-Tonarten Leichtigkeit und Offenheit in den wärmeren Jahreszeiten bringen.

Für Gespräche gestaltet

Eine wichtige Herausforderung war sicherzustellen, dass der Sound niemals im Weg der Stimme steht. Die Klanglandschaft unterstützt das Gespräch, atmet mit und lässt Raum, sodass die Interaktion klar und intim bleibt.

System und Interaktion

Im Hintergrund verbindet ein sorgfältig entwickeltes System Stimme, Wissen und Interaktion zu einem nahtlosen Erlebnis.

  • Inhaltliche Reaktionen

    Das System ist mit einer strukturierten Wissensbasis zu Ă–kologie, Geschichte, dem Kunstwerk und der Umgebung verbunden. So bleibt jede Antwort relevant und inhaltlich fundiert.

  • Gestaltung der gesprochenen Interaktion

    Ein wichtiger Teil des Prozesses war sicherzustellen, dass die generierten Antworten beim Sprechen nicht mechanisch wirken. Durch Feinabstimmung von Rhythmus, Timing und Ton entstand ein Sprachfluss, der eher wie eine Präsenz in der Landschaft wirkt als wie Technologie.

  • Anwendung und Interface

    Die Erfahrung ist über eine speziell entwickelte Oberfläche zugänglich, die für die Nutzung vor Ort konzipiert wurde. Mit einer einfachen Interaktion können Besucher das Gespräch beginnen und in ihrem eigenen Tempo entdecken.

  • Kontinuierliches Testen und Verfeinern

    Wir haben den Prozess intensiv iteriert und alles von Antwortlängen bis zur Audiobalance angepasst. Kleine Änderungen in Timing oder Ton hatten große Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der Erfahrung.

Das Ergebnis

Das Endergebnis ist eine Erfahrung, bei der die Technologie in den Hintergrund tritt.

Was bleibt, ist eine ruhige, immersive Interaktion.

Du stehst in der Landschaft, stellst eine Frage, und etwas antwortet. Nicht als Gerät, sondern als Teil der Umgebung selbst.

Es lädt dazu ein, langsamer zu werden, zuzuhören und den Raum auf eine andere Weise zu erleben.

 

Sprich mit dem Wattenmeer

Interesse, etwas Ähnliches zu entwickeln?

Wir sind immer offen fĂĽr neue Ideen.

Egal ob es mit einer Frage, einem Konzept oder einem Ort beginnt, wir denken gerne mit und formen daraus eine Erfahrung, die sich genauso natĂĽrlich anfĂĽhlt, wie sie klingt.

Credits — Dijk van een Wijf

Strategie, Konzept & Design

Auftraggeber

Kunst & Inhalt

Sprecherin

Audio & Conversational AI